Digitale Spiele unter dem Weihnachtsbaum: USK gibt Tipps zum verantwortungsvollen Umgang mit Games

Es ist wieder soweit: Die alljährliche Jagd nach den perfekten Weihnachtsgeschenken hat begonnen. Computerspiele stehen dabei weit oben auf der Wunschliste von Kindern und Jugendlichen. Von der USK gibt’s hier 5 Tipps für den Jugendschutz unterm Weihnachtsbaum.

Die Auswahl an digitalen Spielen scheint endlos. Und auch die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Digitale Spiele dienen der Unterhaltung, können Wissen vermitteln, bestimmte Fähigkeiten fördern oder lassen sich als Fitness-Trainer einsetzen. Doch wie wählt man das richtige Spiel aus? Worauf sollten Eltern beim Kauf von Konsolen achten? Welche Tools und Einstellungen können helfen, das Spielverhalten zu regeln?

Damit der spielerischen und vergnüglichen Weihnachtszeit nichts im Wege steht, haben wir einige wichtige Punkte zusammengefasst, die Eltern und Schenkende beim Erwerb von digitalen Spielen beachten sollten.

1. Wissen, was gespielt wird

Genauso wie in der Musik, bei Büchern oder Filmen haben sich auch digitale Spiele in unterschiedlichen Genres entwickelt. Die Vielfalt an Spielen ist riesig: Von Adventure über Denkspiele und Strategie, Jump-and-Run bis hin zum Shooter lassen sich für alle Interessensgebiete entsprechende Games finden. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Spieletypen, Plattformen und die aktuell beliebten Spiele und erfahren Sie, wodurch die Faszination der einzelnen Genres entsteht: Auf der USK-Webseite haben wir alle wichtigen Informationen zu den unterschiedlichen Genres zusammengefasst. Hier gibt es einen Überblick über die weite Welt der Computerspiele, der dabei hilft, die verschiedenen Spieletypen besser einzuordnen: Zum Lexikon

2. Auf USK-Alterskennzeichen achten

Die farbigen USK-Alterskennzeichen sind eine wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl von digitalen Spielen. Sie geben Hinweise darauf, ob ein Spiel für Kinder und Jugendliche ab einem entsprechenden Alter aus Sicht des gesetzlichen Jugendschutzes unbedenklich ist. Die Alterskennzeichen der USK sind ein Anhaltspunkt, der Eltern bei einer Einschätzung helfen soll – sie dienen vor allem dazu, ungeeignete Apps und Spiele mit beeinträchtigenden Inhalten direkt zu erkennen. Die Kennzeichen geben jedoch keine Auskunft über den Schwierigkeitsgrad eines Spiels oder die jeweilige pädagogische Eignung.
USK-Alterskennzeichen finden sich längst nicht mehr nur auf Spieleverpackungen. Auch im Online-Bereich finden sich die USK-Alterskennzeichen als Orientierungshilfe, so beispielsweise auf allen Vertriebsplattformen, die an das IARC-System (Abk. für „International Age Rating Coalition“) angeschlossen sind: Im Google Play Store, auf der Nintendo Switch, dem Microsoft Store, der Xbox und dem PlayStation Store. Es gibt allerdings auch Plattformen, die nicht angeschlossen sind und daher eigene oder auch gar keine Altersbewertungen ausweisen. Hier sollten Sie sich zunächst selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind ein Bild vom Inhalt machen.

3. Zusatzfunktionen im Spiel: Nutzen Sie technische Jugendschutzeinstellungen

Viele Online-Spiele oder Apps bieten die Möglichkeit, mit anderen Spieler*innen ins Gespräch zu kommen und eine Unterhaltung zu beginnen. Dies kann sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Achten Sie bei der Spielauswahl deshalb auch darauf, ob das Spiel Möglichkeiten zur Kommunikation bietet und besprechen Sie gemeinsam mit ihrem Kind, ob es diese Funktion nutzen darf und wenn ja, in welchem Umfang (z.B. nur mit Freunden).
Viele zunächst kostenlose Spiele beinhalten kostenpflichtige Extras. Um die Ausgaben ihrer Kinder unter Kontrolle zu behalten, achten Sie auch im Bereich der Käufe auf Zusatzhinweise wie z.B. „In-App-Käufe“, vereinbaren Sie ein altersgerechtes Ausgabenlimit mit Ihrem Kind bzw. deaktivieren Sie die Kauffunktion. Viele Geräte und Konsolen bieten Einstellungsmöglichkeiten, um Kosten zu beschränken. Gerade bei jüngeren Kindern ist es empfehlenswert, gemeinsam einen Spielzugang anzulegen.

Ob Smartphone, Tablet oder Konsole, ganz gleich wo gespielt wird: Achten Sie darauf, dass die integrierten Jugendschutzprogramme aktiviert und dem Alter Ihres Kindes entsprechend eingestellt sind. Einen Überblick zu technischen Geräteeinstellungen bietet die USK unter Technische Maßnahmen oder schauen Sie auf der Webseite medien-kindersicher.de – einem Angebot von ausgewählten Landesmedienanstalten vorbei.

4. Mit Spielen lernen: Suchen Sie nach Informationen zu pädagogisch wertvollen Spielen

Games können neben Unterhaltung auch pädagogisch wertvoll sein. So erleichtern bestimmte Spielinhalte das Lernen oder helfen, sich kritisch mit Themen auseinanderzusetzen.  Eltern, die nach pädagogischen Beurteilungen zu digitalen Spielen suchen, werden unter anderem beim vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Spieleratgeber-NRW fündig. Als Ergänzung zu den USK-Kennzeichen finden Sie dort eine pädagogische Alterseinschätzung, Informationen zu Inhalt, Kosten, Anforderungen, Umfang und Wirkung von Spielen. Die Stiftung Digitale Spielekultur bietet eine kuratierte Auswahl von Spielen, die sich für das Lernen mit Games eignen.

Weitere Informationen bieten außerdem die Plattformen spielbar.de und klicksafe. Ebenso können sie sich an Auszeichnungen orientieren, die für Kinder- und Jugendspiele in Deutschland vergeben wurden wie der Deutsche Kinder- und Softwarepreis „TOMMI“ (www.kindersoftwarepreis.de).

5. Gemeinsam spielen und darüber sprechen

Icon Gaming-BegriffeGanz allgemein gilt: Spielen Sie das Spiel anfänglich gemeinsam und bleiben Sie darüber im Gespräch. Gemeinsames Spielen kann außerdem wertvolle Familienzeit darstellen und gibt Ihnen gleichzeitig die Möglichkeit, die Faszination Ihres Kindes für digitale Spiele nachzuvollziehen. Auch fördert es ganz nebenbei Ihre eigene Medienkompetenz – auch über die Weihnachtsfeiertage hinaus!

Weitere Informationen gibt es im Elternratgeber

Noch mehr praktische Tipps und Ratschläge zum generellen Umgang mit Spielen, zur Auswahl geeigneter Angebote sowie technischen Schutzmaßnahmen finden sich im Elternratgeber für Computerspiele, den die USK gemeinsam mit der Stiftung Digitale Spielekultur veröffentlicht hat. Hier werden zentrale Fragen und Problemstellungen aus dem Erziehungsalltag aufgegriffen. Der Ratgeber steht auf der USK-Webseite zum kostenfreien Download zur Verfügung.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Spielen und frohe Festtage!

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