Vom 26. bis 30. August war die USK erneut als offizielle Jugendschutzpartnerin der gamescom, dem weltweit größten Event für Computer- und Videospiele in Köln, vertreten. Neben dem Austausch mit Besucher*innen und Familien standen Gespräche über die Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes im Mittelpunkt. Erneut war Veranstaltung ein wichtiger Ort für den politischen Austausch über zeitgemäßen Jugendmedienschutz, Games-Kultur und die europäische Digitalpolitik.
Wie die USK den Jugendschutz auf der gamescom 2026 sichergestellt hat
Damit Kinder und Jugendliche die gamescom sicher besuchen können, prüft die USK im Vorfeld alle Games und Trailer, die auf dem Event frei zugänglich gezeigt werden. Inhalte mit einer Freigabe ab 16 oder 18 Jahren dürfen nur in gesonderten Bereichen präsentiert werden. Der Zugang wird über die bekannten farbigen Altersbändchen kontrolliert. Um sicherzustellen, dass die Messe auch für Familien und Minderjährige sicher ist, hat die USK als offizielle Jugendschutzpartnerin auch dieses Jahr tausende Inhalte geprüft.

Jugendmedienschutz in Deutschland und Europa beim Legal Summit und beim gamescom congress 2026
Wie können bewährte nationale Altersbewertungssysteme und europäische Regulierung sinnvoll zusammenspielen? Diese Frage stand sowohl beim gamescom dev legal summit als auch beim gamescom congress im Mittelpunkt.
Beim gamescom dev legal summit sprach USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker gemeinsam mit Dirk Bosmans, Director General von PEGI, darüber, wie Altersbewertungssysteme voneinander lernen und den Jugendschutz gemeinsam weiterentwickeln können. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Nutzungsrisiken. Dazu zählen unter anderem Kaufanreize, Kommunikationsfunktionen oder Mechanismen, die exzessives Spielen fördern können. Die USK berücksichtigt solche Risiken bereits seit 2023 bei der Altersbewertung digitaler Spiele. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen auch in die Weiterentwicklung der PEGI-Kriterien ein.
Beim gamescom congress wurde die Debatte unter dem Titel „Jugendschutz made in Europe? Zwischen Harmonisierung und nationaler Verantwortung“ fortgesetzt. Svenja Hahn, Mitglied des Europäischen Parlaments (FDP/RENEW EUROPE), Dr. Stephan Dreyer, Senior Researcher Media Law & Media Governance am Leibniz-Institut für Medienforschung (HBI), Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz und USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker diskutierten darüber, wie sich bewährte Erfahrungen aus den Mitgliedstaaten in die europäische Politik einbringen lassen. Moderiert wurde die Runde von Dr. Anna Grebe.
Mit dem Digital Services Act bestehen bereits neue europäische Vorgaben für digitale Plattformen. Zugleich werden im Zusammenhang mit dem geplanten Digital Fairness Act weitere Regeln diskutiert, die auch Angebote für Kinder und Jugendliche betreffen können. Beide Veranstaltungen machten deutlich: Gemeinsame europäische Grundsätze können den Jugendmedienschutz stärken. Gleichzeitig braucht es genügend Raum für die unterschiedlichen rechtlichen und institutionellen Strukturen der Mitgliedstaaten. Bevor neue Strukturen geschaffen werden, sollte daher geprüft werden, welche Systeme bereits funktionieren und wie sich ihre Erfahrungen auf europäischer Ebene nutzen lassen. Etablierte Einrichtungen wie USK und PEGI bringen dafür langjährige Erfahrung, anerkannte Verfahren und eine funktionierende Infrastruktur mit.

USK-Talks zu Alterskennzeichen, Games-Kultur und Medienkompetenz
Auch in diesem Jahr war die USK mit einem eigenen Stand in der retro & family area vertreten. Dort konnten sich Eltern, Familien, Gamer*innen und alle weiteren Interessierten über Alterskennzeichen, die Prüfverfahren der USK und den Jugendschutz bei digitalen Spielen informieren.
In unseren USK-Talks sprachen wir außerdem mit zahlreichen Gästen über Games, Jugendschutz und Spielekultur. Peter Kaun von der FSK berichtete über Altersfreigaben bei Filmen. Mit Martin Görlich vom Computerspielemuseum Berlin ging es um Games als Kulturgut. Mit Marylin Marx von Webedia haben wir über Gaming Communities gesprochen und Marcel Jung von Bethesda Softworks hat uns darüber berichtet, wie eine Spieleeinreichung bei der USK aus Sicht der Anbieter abläuft. Am Freitag haben wir außerdem mit der Content Creatorin Sandra Friedrichs alias anormaldisaster über Spielejournalismus und die Entwicklung der Games Branche gesprochen. Linda Scholz vom Spieleratgeber NRW hat uns am Wochenende von ihrer Jugendredaktion berichtet und Nandita Wegehaupt von der Stiftung Digitale Spielekultur gab uns Einblicke in die Arbeit mit Games als Kulturgut. Weitere Gespräche drehten sich um Kinderangebote im Netz, Communitymanagement, Spieleentwicklung, Streaming, Jugendbeteiligung und die pädagogische Bewertung digitaler Spiele.
Zum Abschluss besuchte uns das Projekt „Level up! Medienprävention – Computerspiele“ mit mehr als 20 Kindern und Jugendlichen am USK-Stand. Dabei wurden die Rollen kurzerhand getauscht: Zunächst stellten uns die jungen Teilnehmer*innen ihre Fragen zu digitalen Spielen, Alterskennzeichen und Jugendschutz. Anschließend durften wir sie zu ihren eigenen Spielgewohnheiten, ihrer Wahrnehmung der USK-Alterskennzeichen und ihren Vorstellungen von Jugendbeteiligung interviewen. So entstand ein offener Austausch, bei dem nicht nur über Kinder und Jugendliche gesprochen wurde, sondern vor allem mit ihnen.

Wissen testen beim USK-Quiz
Natürlich durfte auch das USK-Quiz nicht fehlen. An allen fünf Messetagen konnten Besucher*innen ihr Wissen über Games, Alterskennzeichen und Jugendmedienschutz unter Beweis stellen. Als Gewinn wartete das exklusive USK-Shirt zur gamescom 2026.
Am Samstag und Sonntag gab es erstmals eine eigene Kinder-Edition des Quiz. Die Fragen richteten sich speziell an jüngere Gaming-Fans und sorgten für viel Begeisterung bei Kindern und Familien. Das neue Angebot hat uns gezeigt, wie gut sich Wissen über Games und Jugendschutz spielerisch vermitteln lässt.
Politik, Games-Branche und Jugendmedienschutz im Dialog
Die gamescom ist nicht nur das größte Spieleevent der Welt, sondern auch einer der wichtigsten Treffpunkte für Politik, Games-Branche und Zivilgesellschaft. Die zahlreichen politischen Gespräche auf der Messe machten deutlich, dass digitale Spiele längst viele unterschiedliche Politikfelder berühren. Dazu gehören neben dem Jugendmedienschutz auch Bildung, Kultur, Medienpolitik, gesellschaftliche Teilhabe, Sport und die Regulierung digitaler Plattformen.
Bei verschiedenen Rundgängen und Gesprächen stellte die USK ihre Arbeit zahlreichen Vertreter*innen aus Landes-, Bundes- und Europapolitik vor. Zu Gast waren unter anderem die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Bildung Dorothee Feller sowie Verena Schäffer, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Aus Rheinland-Pfalz besuchten Staatsminister Marcus Klein, Chef der Staatskanzlei, und Staatssekretär Torsten Welling den USK-Stand. Darüber hinaus tauschten wir uns mit Brandenburgs Innenminister Dr. Jan Redmann sowie Arbeits- und Sozialminister René Wilke und der Landtagsabgeordneten Annemarie Wolff aus.
Weitere Gespräche führten wir mit Neşe Erikli, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, und Katrin Hechler, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Auch Joachim Ebmeyer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Games-Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie Vertreter*innen der Jusos Nordrhein-Westfalen, des Juso-Bundesvorstandes und des Deutschen Olympischen Sportbundes informierten sich über die Arbeit der USK. Auch die europäische Perspektive spielte eine wichtige Rolle: mit Hannes Heide, Mitglied des Europäischen Parlaments und Koordinator der S&D-Fraktion im Ausschuss für Kultur und Bildung sprachen wir über die politischen Rahmenbedingungen für Games und digitale Angebote in Europa.

Direkter Austausch mit Eltern, Familien und der Games-Community
Besonders wichtig waren für uns auch in diesem Jahr die vielen direkten Gespräche mit Eltern, Familien, Kindern, Jugendlichen und Gamer*innen. Wir haben Fragen beantwortet, Erfahrungen gehört und aufmerksam zugehört. Diese Begegnungen zeigen uns immer wieder, wie wichtig verständliche Informationen und verlässliche Orientierung im Umgang mit digitalen Spielen sind und dass unsere Arbeit dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Wir bedanken uns bei allen Gästen, Panelteilnehmerinnen, Partnerinnen, Mitgliedern und Besucher*innen, die diese gamescom zu einer besonderen Woche gemacht haben. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!




