Online-Spiele und Apps

In den vergangenen Jahren hat das Angebot von Online-Spielen und Apps rasant zugenommen. Kein Wunder – sind doch PCs und Spiele-Konsolen und vor allem Smartphones und Tablets allgegenwärtig geworden.

Aktuelle Studien zeigen, dass 80 Prozent der Zwölfjährigen bereits über ein eigenes Smartphone verfügen. Spätestens damit haben Kinder und Jugendliche prinzipiell zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch außerhalb der eigenen vier Wände Zugriff auf unterschiedlichste Medieninhalte. Wenn Sie Ihr Kind in jüngerem Alter bereits beim Umgang mit Medien gut begleitet haben, ist dies wohl eine der besten Voraussetzungen für einen selbstständig sicheren und selbstbewussten Umgang damit.

Altersbewertung bei Online-Spielen und Apps

Bei immer mehr Online-Spielen und Apps finden sich Alterskennzeichen der USK. Weit über eine Million Altersbewertungen wurden bereits über das globale Bewertungsverfahren der International Age Rating Coalition (IARC) vergeben, das die USK zusammen mit internationalen Partnern ins Leben gerufen hat. Die so generierten Alterseinstufungen geben Ihnen zusätzlich zur Alterskategorie Informationen zu den ausschlaggebenden Inhalten des jeweiligen Angebotes und zeigen an, ob Aspekte wie beispielsweise Onlinekäufe oder Nutzerinteraktionen (Chats, Foren, …) enthalten sind. Es gibt allerdings auch Plattformen, die nicht angeschlossen sind und daher eigene oder auch gar keine Altersbewertungen ausweisen. Hier sollten Sie sich zunächst selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind ein Bild vom Inhalt machen.

Was gibt es bei kostenlosen Angeboten zu beachten?

Die Nutzung leicht zugänglicher Online-Spiele und Apps ist in vielen Fällen zunächst kostenlos (Free-to-Play, englisch für „kostenlos spielen“). Dass sie, ohne Geld auszugeben, und ohne dauerhafte Kosten spielen können, finden viele Kinder und Jugendliche besonders reizvoll.

In diesen kostenlosen Spielen werden jedoch oft auch kostenpflichtige Extras angeboten. Häufig sind das beispielsweise modische Accessoires für den virtuellen Spielcharakter. Bei bestimmten Angeboten kann es jedoch auch absichtsvoll zu dem Punkt kommen, an dem der Schwierigkeitsgrad rasant ansteigt, sich dadurch weniger Erfolge einstellen und für bestimmte Zusatzangebote beziehungsweise ein schnelleres Vorankommen gezahlt werden müsste. Beispielsweise können Spieler kostenpflichtige Extras erwerben oder eine sogenannte Premium-Währung gegen virtuelle Gegenstände tauschen, die dann bestimmte Vorteile im Spiel verschaffen. Hierfür muss reales Geld aufgewendet werden.

Wenn sich Kinder und Jugendliche bei Spielen im Wettstreit befinden und bestimmte zusätzliche Inhalte oder der Erfolg schlechthin als Statussymbole wahrgenommen werden, kann gerade bei ihnen der Reiz entstehen, hierfür bezahlen zu wollen. Klären Sie Ihr Kind über den verantwortungsvollen Umgang mit Zahlungssystemen wie der Zahlung per Anruf (Pay-per-Call) oder per SMS auf, die teilweise angeboten werden und „kinderleicht“ zu bedienen sind. Stellen Sie Ihrem Kind beispielsweise Prepaid-Karten zur Verfügung, mit denen nur über ein festes, limitiertes Budget verfügt werden kann. Bei manchen Anbietern (insbesondere bei Browserspielen) ist es übrigens möglich, bestimmte Mobiltelefone (z. B. das Ihres Kindes) und Festnetzanschlüsse gezielt für kostenpflichtige Dienste zu sperren. So kann Ihnen kein Schaden entstehen, selbst wenn Ihr Kind sich unerlaubt kostenpflichtige Inhalte verschaffen möchte.

Gerade bei jüngeren Kindern ist es empfehlenswert, gemeinsam einen Spielzugang anzulegen. Die Eltern sollten jedoch die Zugangsdaten verwalten und stets die Kontrolle über die eigenen Bank- und Kreditkartendaten behalten. Auch hier besteht die Möglichkeit einer Prepaid-Karte. Klären Sie ihr Kind bereits früh über Kostenfallen im Internet auf und beziehen Sie es in Ihre Entscheidung mit ein.

Spielt Ihr Kind auf mobilen Geräten?

Handys, Smartphones und Tablets haben sich längst über alle Altersgruppen hinweg als Spielgeräte etabliert. Eine große Anzahl und Vielfalt hochwertiger Inhalte wird geboten, darunter auch Spiele und Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Im Gegensatz zum Spielen am Computer oder der Konsole entzieht sich gerade die mobile Nutzung oftmals der elterlichen Kontrolle. Um Risiken einzuschränken, werden interne Jugendschutzprogramme (siehe Spieldauer) angeboten, die den Zugriff auf Spielangebote nur für eine bestimmte Altersklasse erlauben. Anbieter wie Google, Microsoft oder Nintendo haben sich bereits dem Bewertungssystem der USK angeschlossen. Auf Geräten dieser und anderer Unternehmen finden Sie Alterskennzeichen der USK zusammen mit weiteren Informationen, die über die Jugendschutzkriterien Auskunft geben. Andere Online-Stores entsprechen den in Deutschland geltenden Gesetzen und Einstufungskriterien oft nur ungenügend oder gar nicht.

Achten Sie auf folgende drei Dinge:
1. Kaufen Sie Ihrem Kind nur solche Geräte, die Alterskennzeichen der USK ausspielen (mehr Informationen unter www.usk.de/iarc).
2. Aktivieren Sie gerade bei jüngeren Kindern die technischen Jugendschutzeinstellungen.
3. Begleiten Sie Ihre Kinder bei der Auswahl und Nutzung der Spiele und Apps.

Preisgabe von Daten: Ihr Kind will sich Online registrieren?

Viele Angebote im Internet erfordern das Anlegen eines Nutzer-Profils. Manchmal bedarf es lediglich einer gültigen E-Mail-Adresse. Von anderen Anbietern werden persönliche Daten erfragt und über die Weiterverwendung der Angaben nur sehr umständlich oder sogar mangelhaft aufgeklärt. Oft werden die persönlichen Daten zu Werbezwecken verkauft. Gerade jüngere Kinder und Jugendliche gelten aufgrund ihrer Neugier als wichtige Zielgruppe, da sie schon früh an bestimmte Marken gebunden werden können. Die Nutzungsbedingungen geben in vielen Fällen Aufschluss darüber, ob solch ein Verhalten vom Anbieter zu erwarten ist. Doch diese sind meist zu komplex für das Sprachverständnis von jüngeren Kindern formuliert und sollten daher von Ihnen „übersetzt“ werden. Bei der üblichen Weitergabe von unproblematischen Daten besteht kein Anlass zur Sorge. Es ist jedoch wichtig, dass Ihr Kind ein Gespür und ein Bewusstsein für den Umgang mit eigenen Daten entwickelt. Insbesondere sensible Daten gilt es beispielsweise durch Privatsphäre-Einstellungen (falls vorhanden) vor Dritten zu verbergen.

Online-Kommunikation: Chattet Ihr Kind in Online-Spielen?

Wie auch in sozialen Netzwerken besteht bei vielen Online-Spielen die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten, zu chatten oder Dateien auszutauschen. Häufig treten andere Spieler dabei anonym oder unter einem Pseudonym auf. Verlässliche Informationen über Identität und Absicht des Gegenübers sind daher nur in Ausnahmefällen gegeben. Klären Sie Ihre Kinder über die Risiken auf, die die Kommunikation in Spielen mit sich bringen kann, beispielsweise über den Versuch, persönliche Daten auszuforschen (sogenanntes „Phishing“). Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche für Annäherungsversuche Erwachsener („Grooming“) zu sensibilisieren, die das Vertrauen von Minderjährigen ausnutzen wollen. Oft vertrauen jüngere Kinder anderen Personen im Internet und glauben falschen persönlichen Angaben wie Alter, Hobbys oder dem angeblich persönlichen Foto. Diese zunächst harmlos scheinenden Versuche der Kontaktaufnahme können im schlimmsten Fall bis hin zu sexueller Nötigung oder sogar sexuellem Missbrauch reichen. Ein Treffen mit Online-Bekanntschaften sollte daher nur nach Rücksprache und im Zweifel in Ihrer Begleitung geschehen.

Mobbing: Wird Ihr Kind im Spiel beleidigt oder beschimpft?

Auch in Spielwelten gibt es Nutzer, die Kommunikationskanäle für virtuelles Mobbing missbrauchen. Die hier gegebene Anonymität senkt die Hemmschwelle und Täter bleiben oft unerkannt. In vielen Spielen besteht die Möglichkeit, Nachrichten von bestimmten Spielern direkt zu blockieren („mute“). Zahlreiche Anbieter bieten darüber hinaus in der Regel eine direkte Meldemöglichkeit für unhöfliche, unlautere oder gar übergriffige Kommunikation. Die Administratoren der Seite prüfen solche Meldungen und sperren („bannen“) den Absender bei Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Sollten Sie keine direkte Meldemöglichkeit finden, kontaktieren Sie den Jugendschutzbeauftragten des Anbieters oder einen anderen Kontakt, den Sie dem Impressum der Seite entnehmen können.

Nutzen Kinder und Erwachsene im Spiel gemeinsam die Chat-Funktion, können Kinder mit für sie irritierenden Formen der Auseinandersetzung in Kontakt kommen. Bei Online-Spielen können Sie darauf achten, dass geschultes Personal den Chat moderiert und über die Einhaltung der Regeln verantwortungsbewusst wacht. Wird dies im Angebot selbst nicht deutlich, schreiben Sie den Anbieter an und fragen Sie nach.