+++ Moderner Jugendschutz: 91 Prozent der Eltern in Deutschland unterstützen die Berücksichtigung von In-Game-Käufen, Chats und Druck zum Vielspielen bei der Alterskennzeichnung von Computer- und Videospielen. 89 Prozent finden Hinweise zu den Gründen einer Altersfreigabe hilfreich. +++ 90 Prozent der Eltern finden es wichtig, dass in Deutschland auf allen Spiele-Plattformen dieselben Kriterien für die Alterskennzeichen gelten. +++ 89 Prozent sehen in der USK eine wichtige Institution für den Jugendschutz in Deutschland. +++
Berlin, 21. Oktober 2026: Eltern unterstützen die Weiterentwicklung der Alterskennzeichnung digitaler Spiele: Sie begrüßen es, dass die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) neben Spielinhalten auch potenzielle Risiken durch In-Game-Käufe, Chats und Druck zum Vielspielen berücksichtigt. Die Alterskennzeichen der USK und ihre Zusatzhinweise geben Familien wichtige Orientierung bei der Spielauswahl. Zugleich legen Eltern Wert darauf, dass diese bewährten Jugendschutzstandards auch auf allen Spiele-Plattformen gelten. Das zeigt eine YouGov-Befragung von 1.005 Erwachsenen mit Kindern zwischen sechs und 17 Jahren im Haushalt im Auftrag der USK.
Spielinhalte und Nutzungsrisiken im Blick
Seit Januar 2023 berücksichtigen die Prüfgremien der USK neben Inhalten wie Gewalt, Drogen oder sexuellen Darstellungen in Computer- und Videospielen auch sogenannte Nutzungsrisiken. Diese können etwa durch aufdringliche Kaufaufforderungen, unzureichend gesicherte Chats oder Spielmechanismen entstehen, die zum übermäßigen Weiterspielen verleiten. Auch sogenannte „Lootboxen“, also virtuelle Überraschungspakete mit zufälligen Inhalten, werden in die Bewertung einbezogen. Wird ein erhöhtes Risiko für Kinder und Jugendliche durch etwaige Nutzungsfunktionen festgestellt, kann dies zu einer höheren Alterskennzeichnung führen. Entscheidend für die Bewertung ist, welche Risiken die konkrete Gestaltung für Kinder und Jugendliche birgt und welche Schutzmaßnahmen in den Spielen und auf den Spiele-Plattformen bereits vorhanden sind. Eltern unterstützen diesen Ansatz: Jeweils 91 Prozent begrüßen es, dass Käufe im Spiel, Chats oder Druck zum Vielspielen bei der Alterskennzeichnung berücksichtigt werden.


Ergänzende Zusatzhinweise machen die Alterskennzeichen für Familien nachvollziehbar. Sie erklären zuverlässig, warum ein Spiel eine bestimmte Altersfreigabe erhalten hat, und informieren über enthaltene Funktionen wie Chats oder Kaufmöglichkeiten. 89 Prozent der Eltern finden Hinweise zu den Gründen einer Altersfreigabe bei der Spielauswahl hilfreich.
Verlässliche Orientierung: Eltern vertrauen auf USK-Alterskennzeichen
Die Alterskennzeichen der USK sind in den Familien fest verankert: 89 Prozent der Eltern sehen in den Alterskennzeichen eine verlässliche Orientierung bei der Auswahl digitaler Spiele. 94 Prozent der Eltern kennen sie, 91 Prozent halten sie für wichtig. Ebenso bewerten 89 Prozent die USK als wichtige Institution für den Jugendschutz in Deutschland.


Diese verlässliche Orientierung wünschen sich Eltern auf allen Plattformen: 89 Prozent finden es wichtig, dass in Deutschland auf allen Plattformen dieselben Kriterien für die Alterskennzeichen in digitalen Spielen gelten. 87 Prozent legen Wert darauf, dass die bekannten Altersstufen 0, 6, 12, 16, und 18 einheitlich gelten.
Die Alterskennzeichen der USK finden sich heute auf Spieleverpackungen im Handel sowie über das globale und von den Obersten Landesjugendbehörden anerkannte System der International Age Rating Coalition (IARC) auf vielen großen Online-Spieleplattformen. Dabei werden Alterskennzeichen gemäß den USK-Kriterien unter anderem auf dem Epic Games Store, dem Google Play Store, dem Nintendo eShop, dem Microsoft Store, dem Sony Playstation Store sowie in Fortnite ausgespielt. Damit bieten die Alterskennzeichen dort Orientierung, wo Eltern und Familien Spiele auswählen.
Die Umfrage zeigt: Eltern begrüßen es, dass die USK bei der Alterskennzeichnung auch Risiken durch Käufe, Chats und Spieldruck berücksichtigt. Diese Zustimmung bestärkt uns darin, dass Selbstkontrolleinrichtungen an der Schnittstelle von Familien, Wirtschaft und staatlicher Aufsicht modernen Jugendmedienschutz mit breitem Rückhalt der Eltern gestalten können. Der derzeit vorliegende Entwurf des EU Kids Act steht dazu aus unserer Sicht jedoch im Widerspruch: Er gefährdet das aktuell bestehende hohe Schutzniveau für Kinder und Jugendliche bei Games in Deutschland. Bewährte Einrichtungen wie die USK und PEGI sowie ihre Zusammenarbeit im internationalen Bewertungssystem IARC müssen gestärkt werden. Dafür müssen nationale Zuständigkeiten gewahrt bleiben und Selbst- und Co-Regulierung den nötigen Spielraum behalten, ihre Kriterien eigenständig weiterzuentwickeln. Nur so können wir auch künftig schnell auf neue Risiken reagieren und Familien verlässliche Orientierung bieten.
Technische Schutzeinstellungen in vielen Familien aktiviert
Neben der Orientierung durch die Alterskennzeichen nutzen viele Familien technische Schutzeinstellungen: 56 Prozent der befragten Eltern geben an, Jugendschutzeinstellungen auf Geräten oder im Spiel bereits aktiviert zu haben. Dabei zeigen sich Unterschiede nach dem Alter der Kinder. Bei den 6- bis 11-Jährigen haben 61 Prozent der Eltern Einstellungen aktiviert, bei den 12- bis 15-Jährigen sind es 59 Prozent und bei den 16- bis 17-Jährigen 34 Prozent. Eltern, die die Einstellungen kennen, aber nicht nutzen, nennen als Grund am häufigsten Vertrauen in ihr Kind (55 Prozent) und fehlenden Bedarf (37 Prozent).
Erfahrungen aus Deutschland fließen in europäische Kriterien ein
Die USK gehörte international zu den ersten anerkannten Einrichtungen, die Nutzungsrisiken systematisch bei der Vergabe von Alterskennzeichen berücksichtigten. Diese Erfahrungen wirken inzwischen über Deutschland hinaus: Die USK hat das in vielen europäischen Ländern genutzte Altersbewertungssystem Pan European Game Information (PEGI) bei der Weiterentwicklung seiner Kriterien beratend begleitet. Die deutsche Prüfpraxis diente dabei als Vorlage für die Berücksichtigung entsprechender Risiken.
Die USK im Blick der Eltern: Die wichtigsten Zahlen
Die Ergebnisse der der Elternbefragung 2026 können hier heruntergeladen werden:
Zur Umfrage
Für die Studie „Die USK im Blick der Eltern 2026“ befragte YouGov im Auftrag der USK vom 24. bis 31. Juli 2026 insgesamt 1.005 in Deutschland lebende Erwachsene mit Kindern zwischen sechs und 17 Jahren im Haushalt. Die Online-Befragung wurde im YouGov Panel Deutschland durchgeführt. Die Stichprobe wurde quotiert und nach Geschlecht, Anzahl der Kinder im Haushalt und Bundesland gewichtet. Die genannten Zustimmungswerte fassen jeweils die beiden positiven Antwortkategorien zusammen; dies gilt nicht für die Bekanntheitswerte.
Über die USK
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle ist die freiwillige Einrichtung der Games-Branche. Sie ist zuständig für die Prüfung zur Alterseinstufung von digitalen Spielen in Deutschland. Die USK ist sowohl unter dem Jugendschutzgesetz des Bundes als auch unter dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder als zuständige Selbstkontrolle anerkannt. Im klassischen USK-Prüfverfahren nach dem Jugendschutzgesetz erteilen staatliche Vertreter*innen auf Empfehlung von unabhängigen Jugendschutzsachverständigen die Alterskennzeichen. Darüber hinaus vergibt die USK-Alterskennzeichen auch innerhalb des internationalen IARC-Systems für Online-Spiele und Apps. Zahlreiche Unternehmen haben sich der USK als Mitglieder angeschlossen, um beim Thema Jugendschutz dauerhaft und besonders eng zu kooperieren. Die USK engagiert sich zudem über verschiedene Initiativen wie z. B. dem Elternratgeber im Bereich der Medienbildung. Die USK wird von einem Beirat beraten, der u. a. die USK-Grundsätze und die Leitkriterien für die Prüfungen festlegt.

























