Viele Spieleplattformen bieten inzwischen praktische Schutzfunktionen an. Damit können Sie z. B. einstellen, welche Inhalte Ihr Kind sehen darf, In-Game-Käufe einschränken oder festlegen, wie lange am Tag oder in der Woche gespielt werden darf. Auch Kinderschutzfilter und Jugendschutzeinstellungen sorgen dafür, dass Ihr Kind sich in einer sicheren digitalen Umgebung bewegt.
Wenn man sich mit Games nicht so gut auskennt, fühlen sich Eltern manchmal überfordert. Aber: Es ist wichtig, dass Sie die Verantwortung für die Online-Aktivitäten Ihres Kindes übernehmen. Kinder brauchen dabei Unterstützung und klare Regeln – auch in der digitalen Welt. Welche Möglichkeiten Sie haben und auf was Sie achten sollten, zeigen wir Ihnen hier.

Auf Hinweise zu Inhalt und Nutzung achten
Seit dem Jahr 2023 gibt es bei den USK-Alterskennzeichen mehr Infos, die Eltern das Einschätzen von Spielen erleichtern. Neben der Alterskennzeichen finden Sie jetzt auch Hinweise dazu, warum ein Spiel eine bestimmte Freigabe bekommen hat – zum Beispiel wegen „Comic-Gewalt“ oder weil es im Spiel „Handlungsdruck“ gibt.
Auch mögliche Risiken bei der Nutzung werden extra genannt: Dazu gehören z. B. Chats, Käufe im Spiel (In-Game-Käufe) oder die Weitergabe des Standorts. So können Sie besser einschätzen, ob ein Spiel wirklich zu Ihrem Kind passt – und ob Sie bestimmte Schutzfunktionen aktivieren sollten.
Diese Zusatzhinweise finden Sie:
- auf der Rückseite der Verpackung,
- auf Online-Plattformen
- und in der USK-Datenbank.
Eine Übersicht der möglichen Zusatzhinweise und entsprechende Erläuterungen dazu finden Sie hier.
Jugendschutzeinstellungen nutzen
Bevor Sie Schutzfunktionen einrichten, ist wichtig zu wissen: Welches Gerät nutzt Ihr Kind? Je nachdem, ob es ein Smartphone, Tablet, PC oder eine Spielkonsole ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, technische Schutzmaßnahmen zu aktivieren.
Für Konsolen wie etwa die Nintendo Switch, Xbox oder die PlayStation gibt es eingebaute Kindersicherungen, die beim Einrichten der Konsole aktiviert werden können. Bei mobilen Geräten gibt es praktische Jugendschutz-Apps wie zum Beispiel Google Family Link bei Android-Geräten. Viele Systeme bieten bereits integrierte Kinderschutzfunktionen, wie Inhaltsfilter, Bildschirmzeitbegrenzungen und Alterskennzeichen. Machen Sie sich mit diesen Einstellungen vertraut und passen Sie sie an die Bedürfnisse Ihrer Familie an. Denken Sie daran, regelmäßig Updates vorzunehmen.
Tipp
Erstellen Sie unbedingt ein eigenes Kinderkonto. So können Sie Einstellungen am besten verwalten und anpassen.
Altersstufen festlegen
Bei digitalen Geräten können Sie die Altersstufen meist über die integrierten Kindersicherungseinstellungen oder Jugendschutzfilter einrichten, um den Zugang zu bestimmten Inhalten zu regulieren. Diese sollten idealerweise gleich bei der Ersteinrichtung aktiviert und mit einem sicheren Eltern-Passwort geschützt werden. Auf Smartphones, Tablets und Computern können Sie Altersgrenzen für Apps, Spiele und Filme festlegen. Bei vielen Betriebssystemen können Sie die Nutzung von Apps und den Zugriff auf Inhalte je nach Alterskennzeichen der jeweiligen Inhalte einschränken. Auch Spielkonsolen von PlayStation, Xbox oder Nintendo bieten Optionen, um die Nutzung an das Alter des Kindes anzupassen, indem Sie den Zugang zu bestimmten Spielen oder Funktionen begrenzen.
Wenn nötig, können Sie Ausnahmen für bestimmte Spiele festlegen.
Tipp
Überprüfen und passen Sie die Jugendschutzeinstellungen der Spielsysteme regelmäßig an, damit Ihr Kind nur altersgerechte Inhalte nutzt.
Spielzeit und Zeitbudgets einrichten
Viele Spieleplattformen bieten die Möglichkeit, die Spielzeit zu begrenzen. Sie können festlegen, wie lange pro Tag oder Woche gespielt werden darf. Vor Ablauf der Zeit bekommt Ihr Kind eine Warnung, um den Spielfortschritt zu speichern. Einige Konsolen und Spiele erinnern Kinder und Jugendliche automatisch an Pausen, da sie beim Spielen oft die Zeit vergessen.
Besonders praktisch: Viele Online-Spiele beschränken die Spielzeit nicht nur auf einem Gerät, sondern direkt im Nutzer*innenkonto. So bleibt die Begrenzung auch bestehen, wenn Ihr Kind bei Freund*innen spielt. Zudem können Sie festlegen, wann und an welchen Tagen gespielt werden darf – besonders hilfreich für jüngere Kinder.
Tipp
Mit einer Jugendschutz-App steuern Sie flexibel die Geräte- und App-Nutzung – egal, wo Sie sind. Bei Bedarf können Sie spontan mehr Spielzeit gewähren.
Kostenlimits festlegen
Um unerwartete Kosten zu vermeiden, sollten Kinder und Jugendliche nicht über die Geräte oder Konten der Eltern spielen, da dort oft Zahlungsmethoden wie Kreditkartendaten hinterlegt sind. Es ist besser, ein eigenes Kinderkonto anzulegen, bei dem Kaufoptionen deaktiviert oder begrenzt werden können. Besonders bei Spielkonsolen, die als geschlossene Systeme funktionieren, können feste Ausgabenlimits oder Passwörter für Käufe festgelegt werden. Auch auf PCs und mobilen Geräten sollten entsprechende Einstellungen vorgenommen werden.
Tipp
Nutzen Sie Prepaid-Guthaben oder Familienfreigaben auf Plattformen, um In-Game-Käufe gezielt zu kontrollieren und nur bewusst zu erlauben.
Kommunikationsmöglichkeiten begrenzen
Sie können die Kommunikationsmöglichkeiten in Spielen gezielt einschränken, um unerwünschte Kontakte zu vermeiden. Viele Konsolen und Plattformen ermöglichen es, Chats und Sprachnachrichten komplett auszuschalten oder nur auf Freund*innen zu beschränken. In den Jugendschutzeinstellungen können Sie außerdem Freundschaftsanfragen generell deaktivieren oder kontrollieren, automatische Wortfilter aktivieren und unangemessene Inhalte ausblenden.
Tipp
Ermutigen Sie Ihre Kinder, störende Mitspieler*innen zu blockieren oder zu melden.

Balance zwischen Schutzmaßnahmen und Vertrauen
Auch wenn der Alltag stressig ist, nehmen Sie sich Zeit, die Jugendschutzeinstellungen für Ihr Kind anzupassen. Einmal richtig eingerichtet, sorgen technische Schutzmaßnahmen dauerhaft für mehr Sicherheit Ihres Kindes. Kleine Anpassungen können einen großen Unterschied machen.
Denken Sie jedoch daran: Technische Schutzmaßnahmen allein bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Sie sind heute auf Konsolen und Smartphones zwar sehr zuverlässig, ersetzen aber nicht die vertrauensvolle Begleitung und offene Gespräche über sicheres digitales Spielen.
Tipp
Geben Sie Ihrem Kind mit zunehmendem Alter mehr Verantwortung beim Spielen. Bleiben Sie im Gespräch, um einen bewussten und reflektierten Umgang mit digitalen Spielen zu fördern.




